14 Oktober 2020

Wir erreichten den südlichsten Punkt von Norwegen

Und das erste Problem tauchte auf.

Endlich war es soweit, dass wir uns frei nach der Quarantäne bewegen durften.

Letzten Dienstag fuhren wir zu dem südlichsten Punkt “Lindesnes Fyr” von Norwegen. Die Fahrt ging durch Tunnel, über Berge und an einem großen Fjord vorbei und dauerte von unserer Hütte gerade nur eine Stunde. Angekommen machten wir uns erstmal einen Überblick. Normalerweise kostet der Weg zum Leuchtturm einen kleinen Obolus, aber ab einer gewissen Uhrzeit kann man kostenlos zum Leuchtturm gehen. Erstmal bestiegen wir einen kleinen nahegelegenen Berg, um verschiedene Positionen zum Leuchtturm zu bekommen. Danach machten wir uns aber zum Leuchtturm auf, der mit steinigen Treppenstufen versehen ist. Oben angekommen rannte Cindy erstmal in den Leuchtturm rein. Der Wind peitschte und die Wellen krachten gegen das steinige Festland. Durch das in der nähe befindliche drehbare Fernglas-Teleskop konnte man anhand von dem auf dem Boden befindlichen Wegweiser, das Festland erahnen. Auch wenn die Sonne nur kurz rauskam, war es ein atemberaubender Moment, den wir beide sehr genossen haben. Nach einer Stunde machten wir uns wieder auf den Weg zum Parkplatz. Auf dem Parkplatz war schon eine Wegweiser zum Nordkap, der knapp 2518 Kilometer entfernt ist. Und eine Streckenangabe zum nördlichsten Leuchtturm in Norwegen, ist der “Slettnes fyr”, der zusätzlich 300 Kilometer vom Nordkap entfernt ist.

Südlichster Leuchtturm von NorwegenSüdlichster Leuchtturm von Norwegen

Für uns ging es dann Freitag in Richtung Stavanger, wo wir außerhalb die Nacht im Auto verbrachten. Am freien Stellplatz angekommen hatten wir gute Sicht auf einen See. Das Wetter spielte die erste Nacht halbwegs mit, ausser das starke Windböen die Bäume zum wackeln brachte. Am frühen Morgen machten wir einen kurzen Spaziergang um den See, der Menschenleer war. Kurzer Zeit später schlägte das Wetter um und die ersten Regentropfen prasselten auf die Windschutzscheibe des Wagens ein. Ich spannte zwischen zwei Bäumen und über die Dachbox die Autoplane, um vor der Fahrertür einen trockenen Bereich zum kochen zu haben. Ich machte mir mit dem Gaskocher etwas zu essen und wir verbrachten den Tag vorerst im Auto. Der Wind kam zurück, weshalb ich kurzer Zeit später die Plane wieder entspannen musste, weshalb ich uns eine Unterkunft in Finnoy bei der Stadt Judaberg reservierte.

Auf den Weg zur Unterkunft ging es durch mehrere Unterwassertunnel. Die Nachbarinseln von Stavanger sind hauptsächlich mit Unterwassertunnel verbunden. Diese haben eine Steigung von 8-10%, sodass man dauerhaft auf die Bremse treten musste. Angekommen bei der Unterkunft begrüßte uns die Gastgeberin “Erna” auf ihrem Bauernhof. Sie zeigte uns die gebuchte Wohnungen, den Landhof und die tierischen Mitbewohner. Cindy rannt selbstverständlich erstmal zu den Hühner 😀

Zur Begrüßung von der Gastgeberin gab es frische Hühnereier, die ich mir am nächsten Morgen verbrauchte. Nach dem Frühstück schnallte ich Cindy fest und wir fuhren los in Richtung Stavanger. Bei der ersten Neigung durch einen der Tunnel signalisierte das Auto, dass etwas nicht mit dem Bremsen stimmt. Mir ging direkt alle durch den Kopf, was genau sein könnte. Durch die Neigung konnte ich einiges ausschließen und mir kam direkt der niedrige Bremsflüssigkeitsstand in den Sinn. Da dieser Behälter mit einem Sensor versehen ist, kann es bei so einer Neigung passieren, wenn der Füllstand etwas zu niedrig ist.

Ich fuhr durch den Tunnel und machte mich in die nächste Notfall Gasse, um die nächste Werkstatt zu finden. Die naheliegende Werkstatt war ganz nah bei meiner Unterkunft. Nochmal durch den Tunnel mit Hand an der Handbremse ging es auf den kürzesten Weg zur Werkstatt.

Ich ging zum Empfang und erklärte dem Geschäftsführer mein Problem. Ich erklärte ihm, dass ich aus Deutschland komme und gerade einige Tage hier in der nähe eine Unterkunft hatte. Er machte sich kurzerHand mit mir zu meinem Auto und prüfte das Problem. Er stellte fest, dass der Füllstand der Bremsflüssigkeit zu niedrig sei und ging kurz zurück in die Werkstatt. Mit einer Behälter voller Bremsflüssigkeit bewaffnet kam er zurück zum Auto und füllte nach. Zudem prüfte er noch andere Flüssigkeitsstände.

Kurze Zeit später war alles fertig und ich fragte ihn, was er dafür haben möchte. Er sagte auf englisch, dass es so passt. Ich fragte nochmal nach, er bestand darauf und ich bedankte mich herzlich mit einem Grinsen im Gesicht bei ihm.

Die Tour ging weiter Richtung Stavanger, in der wir den halben Tag verbrachten.

Am nächsten Tag machten wir uns auf zum Månafossen. Es ist einer der bekannteren Wasserfälle in Norwegen, der eine Fallhöhe von 92 Meter aufweist. Aber um ein Foto von ihm zu bekommen, musste man erstmal den steinigen Pfad nach oben wandern. Das Wetter spielte zudem auch nicht mit, was den Aufstieg erschwerte. Öfters musste ich Cindy in den Arm nehmen, um am Hindernis drüber zu steigen.

Aber angekommen beim Wasserfall konnten wir unsere Blicke nicht von ihm richten. Die Geräuschkulisse vom herabfallenden Wasser filterte sämtliche andere Geräusche aus und man fühlte sich in diesem Augenblick alleine. Es ist atemberaubend, was ein Wasserfall bei sich auslösen kann. Nach einer Stunde machten wir uns wieder auf den Rückweg und genießten trotz Regen bei geöffneten Fenster die Geräuschkulisse der Natur. Dabei kamen uns wenige Fahrzeuge entgegen.

Am Abend wertete ich die Bilder aus und Cindy schlief in ihrem Körbchen.

Schon am nächsten Tag hatte ich das nächste Ziel vor Augen. Den nahe liegenden Fjord mit einer Wanderung zu beginnen. Es ging zum Lysefjord, wo auch die bekannte Aussichtsplattform namens “Preikestolen” zu finden ist. Durch Park4Night fand ich genau gegenüber eine Möglichkeit zum parken. Der Weg dahin wurde durch freilaufenden Schafen und einer steilen Serpentinenstraße erschwert. Aber der Weg dahin hatte sich gelohnt. Alleine standen wir auf der anderen Seite des Fjordes und konnten uns die vorbeifahrenden Schiffe anschauen.

Der nächste Morgen brach ein und wir machten uns schon in Richtung des Berges Dalsnuten. Mit einer Höhe von 323 Metern ist er einer der kleinen Berge bei Stavanger, aber eine gute Sicht auf die Stadt Stavanger und anderen naheliegenden Städte. Nach knapp 2 Stunden sind wir an der Spitze angekommen und ich packte erstmal das Proviant für uns aus. Eine sehr schöne Aussicht von oben und zu gewissen Zeiten auch Menschenleer. Der Weg führte teils durch ein kleinen Steine Bach. Damit beendeten wir den kurzen Aufenthalt bei Stavanger.

Am Freitag den 9. Oktober stiegen wir vormittags ins Auto und fuhren nach der Verabschiedung in Richtung Bergen. Gegen Mittag erreichten wir den Fjord, der als Kingdom of Waterfall bezeichnet wird. In ihm enden so viele verschiedene Wasserfälle, dass man alle paar Minuten einen weiteren größeren Wasserfall entdeckte. Den Start machten wir beim Latefossen (Wasserfall), der direkt unter der Landstraße vorbei fließt. Auf dem Weg zu den nächst bekannteren Wasserfall war ganze Zeit der Fjord auf der Fahrerseite zu sehen, weshalb wir öfters kurz Rast gemacht haben.

Beim Vøringsfossen (Wasserfall) angekommen begrüßte uns im Nachbarauto ein Einheimischer. Er fragte mich, ob ich Winterreifen drauf hätte und meinte, dass ich auch unbedingt Schneeketten bräuchte. Ich bejahte beides und fragte ihn nach dem Wetter. Er stieg aus und sprach plötzlich sehr gutes deutsch mit mir. ich erzählte ihm unsere Pläne und er sagte mir, dass 5 Kilometer weiter dieser Straße folgend schon ca. zehn Zentimeter Schnee läge. Nach dem kurzen Plausch machten wir uns weiter in Richtung des Schnees. Und er hatte vollkommen recht gehabt, denn es lag da gut Schnee 😀

Also ging es für uns wieder in die andere Richtung zum Skjervsfossen (Wasserfall). Das Wetter wurde kühler und der Abend brach ein. Ich suchte uns schnell einen Stellplatz für die Nacht und fand einen an einer verlassenen Straße direkt am Fjord. Die Temperaturen gingen in der Nacht auf 2 Grad, weshalb ich uns beide gut in zwei Deckten packte.

Am nächsten Morgen trank ich den noch sehr warmen Tee, den ich mir noch in Stavanger gemacht hatte und suchte uns für den nächsten Abend eine Unterkunft. Ca. 2 Stunden entfernt fand ich eine Unterkunft mit Blick über den Fjord. Der Gastgeber nahm schnell meine Reservierung an und wir fuhren direkt zur Unterkunft. Beim durchfahren des Hochgebirges zeigte uns Norwegen die Schönheit der Natur. Ich sagte dann nur noch zur Cindy: “Hey wir sind endlich angekommen” und sie stieg auf die Beifahrerlehne und schaute während der Fahrt aus dem Fenster. Wir hielten des öfteren um einfach die Einsamkeit und Schönheit zu genießen.

Später bei der Unterkunft angekommen wurden wir kurz begrüßt und Cindy wurde von einem einheimische größeren schwarzen Hund entdeckt. Cindy sprang beim Entladen des Fahrzeuges ins Auto, um sich vor dem Hund zu verstecken.

Die Unterkunft war sogar noch besser als beschrieben. Es stand nämlich nicht drin, dass direkt in der nähe mehrere Wasserfälle ins Tal fielen.

Der nächste Tag brach ein und für uns ging es auf eine Wanderung wieder zum Hochgebirge. An einem Schotter Stellplatz angekommen packte ich alles wichtige ein und die Wanderung begann über eine provisorische Brücke über einen reißenden Fluss. Wir orientieren uns an auffälligen Objekten, um den späteren Rückweg wiederzufinden. Auf dem Hinweg schlug uns die Sonne ins Gesicht, die teils die Sicht erschwerte. Aber sobald die Sonne hinterm Berg verschwand, sanken die Temperaturen schnell und ich musste uns unsere Winterjacken anziehen. Ja auch Cindy hatte einen Winterjacke dabei 😛 Der kleinen Frostbeule sollte es ja nicht schlecht gehen. Halb oben angekommen fand ich eine Hütte, die man zur Zuflucht bei eisigen Temperaturen nehmen dürfte.

Leider ging es am nächsten Morgen (Montag 12. Oktober) schon weiter nach Bergen zur nächsten Unterkunft, die sich oberhalb von Bergen befand. Diese hatte ich am Abend davor gebucht. Um 18 Uhr sind wir kontaktlos bei unserer gebuchten Unterkunft angekommen, wo wir den Abend auch verbrachten.

Wie startete man den nächsten Morgen am besten? Genau mit einer Wanderungen durch den naheliegenden Wald 😀 Einheimische gaben uns dabei auch gute Tipps, wie wir nah an den See gelangen. Nach ca. 2 Stunden ging es in die Stadt Bergen, wo Cindy im Parkhaus die Wanderungen auswerten konnte. Wie macht Cindy das am liebsten? Mit einem Nickerchen.

Fortsetzung folgt am Montag.